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"NB-IoT lässt Fahrradtracker von IT'S MY BIKE glänzen."

GPS und Narrowband-IoT (NB-IoT): Zwei Technologien, die die neuartige Servicewelt für E-Bikes von IT’S MY BIKE ermöglichen. Gerade der innovative Funkstandard NB-IoT eignet sich hervorragend für smarte Angebote wie den digitalen Diebstahlschutz, den Notfallassistenten (eCall) oder zukünftig auch privates E-Bikesharing. Warum? Die Datenübertragungstechnik punktet mit niedrigen Kosten, hoher Reichweite und Gebäudedurchdringung sowie langen Batterielaufzeiten. Das zukunftsweisende Narrow-Band IoT macht das Internet der Dinge massentauglich und steht in Deutschland flächendeckend zur Verfügung. Unsere News-Redaktion sprach mit Michael Reinartz, Director Consumer Services & Innovation beim IT’S MY BIKE-IoT-Partner Vodafone Deutschland.

F: Was genau ist das Internet der Dinge (IoT) überhaupt? Was kann es und was erwartet uns hier in den kommenden Jahren?

Kevin Ashton, der den Begriff ‚Internet of Things‘ vor 20 Jahren erstmals prägte, spricht von „Sensoren mit Internetverbindung, die sich wie das Internet verhalten, indem sie offene, spontane Verbindungen herstellen, Daten ungehindert austauschen und unvorhergesehene Anwendungen unterstützen. Computer können so die Welt um sie herum verstehen und zum Nervensystem der Menschheit werden.“ Das meint, dass Gegenstände über das Internet miteinander und mit uns Menschen kommunizieren. Wenn Gegenstände vernetzt sind hat das Einfluss auf nahezu alle Branchen in der Wirtschaft, aber auch auf viele Alltagssituationen.

F: Können Sie uns – neben dem E-Bike – ein paar konkrete Beispiele für IoT-Anwendungen nennen?

Es gibt Beispiele in nahezu allen Branchen und Lebenssituationen. Das Internet der Dinge kann dafür genutzt werden unseren Alltag sicherer zu machen. Denken wir zum Beispiel an einen Autoreifen, der während der Fahrt meldet, dass er zu platzen droht. Oder an das mobile EKG, das den Ärzten von Risikopatienten zu jeder Zeit auch aus der Ferne zeigt, wenn es Probleme mit dem Blutdruck oder Herzschlag gibt. Ein weiterer Aspekt ist die Zeitersparnis, die das Internet der Dinge uns Menschen bringt. So wird man zukünftig zum Beispiel nicht mehr den ganzen Vormittag auf den Stromableser warten müssen. Intelligente Sensoren können auch die nervenaufreibende Suche nach einem Parkplatz verkürzen indem sie dem Autofahrer anzeigen, wo sich der nächste freie Parkplatz befindet. Schließlich lassen sich durch das Internet der Dinge an vielen Stellen signifikant Kosten einsparen, etwa, weil Maschinen in Industriehallen melden, wenn sie gewartet werden müssen.

F: Was genau ist Narrowband-IoT?

Verschiedene Funkstandards bieten mitunter nicht genügend Reichweite (wie beispielsweise WLAN) oder verbrauchen zu viel Energie, um die benötigten Daten zu übertragen. Narrowband-IoT, das Vodafone als erster Netzbetreiber in Deutschland großflächig aktiviert hat, bietet hierfür eine Lösung. Es basiert auf dem bestehenden LTE-Netz und stellt somit extrem hohe Reichweiten und Abdeckung sicher. Mithilfe der Narrowband-IoT-Technologie ist eine Netzdurchdringung bis in tiefe Keller möglich. Es können also jegliche Maschinenstandorte dargestellt werden. Außerdem senden und empfangen Sensoren im Maschinennetz ihre Daten auf besonders stromsparende Weise, sodass eine Batterieladung den Betrieb von bis zu zehn Jahren gewährleisten kann. Das macht sie unabhängig von externen Stromquellen.

F: Und was genau macht NB-IoT für das E-Bike so interessant?

Für IoT-Lösungen am E-Bike bietet NB-IoT zwei entscheidende Vorteile. Zunächst die gerade angesprochene sehr lange Batterielebensdauer. Punkt zwei ist die hohe Netzabdeckung und da vor allem die Durchdringung bis in tiefe Keller, die NB-IoT bietet. Wird ein E-Bike beispielsweise gestohlen, wird es möglicherweise in einen solchen Keller verbracht, indem das Funksignal durch viele Wände dringen muss. Eine Besonderheit an NB-IoT ist, dass es die Verbindungen auch an solchen Orten ermöglicht. Die hohe Netzabdeckung ist hier logischerweise eine Grundvoraussetzung. Diese Eigenschaften machen NB-IoT zum idealen Funkstandard für geringe Datenpakete, die mit einer hohen Zuverlässigkeit gesendet werden müssen.

F: Wie ist ihre persönliche Vision vom vernetzten Bike der Zukunft?

Was wird aus Ihrer Sicht ein E-Bike im Jahr 2030 alles können und mit welchen Technologien kann Vodafone dabei unterstützen?

Zunächst denke ich, dass E-Bikes noch beliebter werden und eine entscheidende Komponente des (urbanen) Verkehrs darstellen. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Weiterentwicklung der Batterien, also zum Beispiel längere Laufzeit und schnellere Aufladung, und die Reduzierung des Gewichts dabei wichtige Treiber sein werden. Abgesehen davon bin ich überzeugt, dass es viele Features geben wird, die das E-Bike sicherer und das Fahren noch komfortabler machen. Zum einen könnte ich mir beispielsweise vorstellen, dass E-Bikes, ähnlich wie Autos heute, über Sensoren Gefahrensituationen erkennen und melden. Auch ein Entsperren der Bikes per Fingerabdruck wäre eine coole Weiterentwicklung der heutigen Schlösser. In Punkto Komfort könnten integrierte Navigationssysteme oder eine Sprachsteuerung auch beim E-Bike Einzug finden. Darüber hinaus werden Sharing-Modelle vor allem im urbanen Raum weiter an Relevanz gewinnen. Besonders bei teureren E-Bikes wird die Sharing Economy noch wichtiger werden.

Wir als Vodafone ermöglichen viele dieser Anwendungen mit unserer Connectivity überhaupt erst. Dabei geht es nicht um eine „One-Size-Fits-All-Lösung“, sondern um passgenaue Lösungen, wie etwa NB-IoT. Zudem unterstützen wir beispielsweise Start-ups mit Cloud Infrastruktur, um auch hier weiter Innovationen zu fördern.

F: Sind Sie selbst auch mit einem connected Bike unterwegs und wenn ja, mit welcher Technologie ist es ausgerüstet?

Noch bin ich nicht auf einem connected Bike unterwegs. Da wir bei Vodafone einen hohen Wert auf den Schutz der Mitarbeiter legen, befinden wir uns nun schon seit Monaten im Home-Office. Daher plane ich, mir zum Ausgleich ein E-Bike zuzulegen, mit dem ich dann Düsseldorf und Umgebung erkunden kann.

F: Spielt das Internet der Dinge darüber hinaus für Sie als Privatmensch eine Rolle und wenn ja, in welcher Form/ welcher Anwendung?

Oh ja. Ich fülle ganze Räume in meinem Zuhause mit technischen Gadgets. Das fängt bei Smart Security Anwendungen wie Überwachungskameras an, die mich übrigens bereits im Ernstfall gewarnt und geschützt haben. Die Gadgets reichen aber von Smart Speakern, Wearables wie Smart Watches bis hin zu smarter Haussteuerung.

F: 2G vs. NB-IoT vs. LoRa vs. Sixfox. Welche Technik ist warum die richtige für Angebote rund um das vernetzte Bike?

All diese vier Technologien erzielen lediglich geringe Geschwindigkeiten und unterscheiden sich doch deutlich. 2G ist eine schon recht alte Technologie aus Anfang der 90er Jahre und wird in den nächsten Jahren vermutlich nicht mehr im Fokus der Mobilfunkprovider stehen. NB-IoT, LoRa und Sigfox hingegen sind allesamt Technologien im Niedrigfrequenzbereich, die deutlich weniger Strom benötigen als andere Mobilfunkübertragungsvarianten, und somit schon einmal von Haus aus geeigneter für das Tracking von Gütern/ Produkten mit keiner oder geringer Stromquelle sind. Der entscheidende Unterschied bei NB-IoT ist, dass es die einzige Technologie ist, die weltweit über den 3GPP Standard abgebildet wird und das 4G Lizenzband nutzt. Das lizensierte Spektrum garantiert eine deutlich flächendeckendere Abdeckung und qualitativ hochwertige Übertragung der Daten, auch über Ländergrenzen hinaus.

F: Wie finden Sie die Lösung der IoT Venture / IT’S MY BIKE?

Ich persönlich finde die Lösung von IT‘S MY BIKE super innovativ. Gerade in dem unfassbar stark wachsenden Markt der E-Bikes braucht es Lösungen, die es dem Endkunden ermöglichen, sein Fahrrad besser zu schützen, bzw. es im Diebstahlfall schnell wieder zu finden. IT‘S MY BIKE hat dieses Potenzial erkannt und mit Einsatz der richtigen Technologie eine Lösung auf den Markt gebracht, die noch vielen E-Bike-Besitzern helfen wird. Vor allem der Einsatz von NB-IoT lässt den Fahrradtracker von IT‘S MY BIKE in puncto Komfort und Zuverlässigkeit glänzen. Zudem sehe ich, dass das digitale Ökosystem von ITS MY BIKE stetig weiterentwickelt wird, um das E-Bike-Erlebnis für Kunden immer sicherer und komfortabler zu machen.

F: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit IT’S MY BIKE?

Die Zusammenarbeit mit IT‘S MY BIKE begann schon 2018 mit ersten Gesprächen zwischen Vodafone und IT‘S MY BIKE CEO Jürgen Veith. Der Kontakt riss nie ab und als IT‘S MY BIKE dem Marktstart immer näher kam und einen zuverlässigen und langfristigen Partner für Connectivity auswählen musste, fiel die Wahl auf Vodafone. Letztlich bekam IT‘S MY BIKE von uns ein individuell zugeschnittenes Angebot inkl. unserer IoT-Management-Plattform. Seitdem arbeiten wir konstant an der Ausweitung der Partnerschaft, sowohl im Hinblick neuer Produkte als auch innovativer Features.

F: Überraschenderweise hört man ab und zu, dass NB-IoT nicht flächendeckend zur Verfügung steht. Das Suchen und Finden im ländlichen Raum zum Beispiel sei nicht möglich. Was sagen Sie dazu?

Unser NB-IoT Netz steht bundesweit mit einer Versorgung von 98% nahezu flächendeckend zur Verfügung. Zusätzlich dazu stellen wir außerdem LTE-M mit einer Abdeckung von bis zu 95% zur Verfügung. Eine hohe Verfügbarkeit auch in ländlichen Regionen ist hier also gegeben.

F: Welche Anwendungen im Bereich Smart Mobility sind noch denkbar?

Ein richtiges cooles Feature, welches ich in meinem Auto bereits nutze, ist die Anzeige der Rot-/Grünphasen von Ampeln. Ich sehe im Auto genau in wie vielen Sekunden eine Ampel umspringt. Derzeit ist das System nur in wenigen Städten in Deutschland verfügbar. Es hat aber das Potenzial, den Verkehr in Innenstädten flüssiger und sicherer zu machen, da beispielsweise abruptes Abbremsen vermieden werden kann. Eine weitere Lösung, die wir bei Vodafone bereits nutzen sind Smart-Parking-Systeme. Über Sensoren am Parkplatz zeigt das System, welche Parkplätze unbesetzt sind und leitet Autofahrer so zielgerichtet zum richtigen Platz. Angesichts der massiven Verkehrsbelastung, die durch die Parkplatzsuche entsteht, eine sehr wichtige Innovation. Allerdings beschäftigen wir uns auch mit Innovationen für andere Mobilitätslösungen. Derzeit entwickeln wir zum Beispiel in Kooperation mit Ericsson ein Navigationssystem für Drohnen.

F: Inwiefern ist NB-IoT für Mobilitätskonzepte der Zukunft wichtig? Kann die Technologie einen Beitrag zur Verkehrswende leisten und wenn ja, wie?

NB-IoT bietet sich vor allem für statische Anwendung im Kontext von Smart-City- und Smart-Traffic-Anwendungen an. Es gibt sehr viele Beispiele, wie die bereits genannten Parking-Lösungen oder auch in der automatisierten Abrechnung für elektrische und traditionelle Zapfsäulen oder in der Mautabwicklung und vielem mehr. So ist NB-IoT ein wichtiger Pfeiler der zukünftigen Economy of Things. Darüber hinaus macht NB-IoT es möglich, in allen Gebäuden und Tiefen Fahrzeuge und Transportgüter nachzuverfolgen. So schafft NB-IoT auch jenseits von vernetzter Mobilität in vielen weiteren Bereichen wie zum Beispiel in der Logistik neue Anwendungsfälle.

Herr Reinartz, wir danken für das Gespräch.